Motographie: MV Agusta 1000S

BÄM! Die Göttin. DAS Motorrad meines Lebens?! Als die 750er raus kam, habe ich auf der entsprechenden INTERMOT einen kompletten 36er analogen Film leer geknipst. Als dann die 1000er kam waren rationale Überlegungen obsolet.

Mein lieber Scholly, der MV Händler meines Vertrauens in Nienburg war einer der Ersten der eine 1000er bekam und ich war einer der Ersten der eine 1000er bestellte.

Ein sechsjähriger Traum! Immer wenn ich nach einer Mopedrunde nach Hause kam, schaute ich nochmals aus dem Fenster, um zu schauen, ob SIE noch da war.

Eine eigentlich unerreichbare Schönheit und ein stolzer Besitzer.

Und, wie es bisweilen im Leben so ist, erkennt man den wahren Wert erst, wenn es zu spät ist:

ICH HABE SIE VERKAUFT.

Nur weil ich -Jahre später- auf der Rennstrecke im direkten Vergleich die frisch erschienene BMW S1000RR erleben dufte und die unvergleichliche MV angesichts der technischen Unterschiede plötzlich für ein altes Stahlroß hielt. Als wenn wahre Liebe etwas technisches wäre? Im November des gleichesn Jahres schnöde via Internet verkauft, auf einen LKW geladen und ohne Abschiedzeremonie die Luke geschlossen.

Ich hätte sie als Erstbesitzer bis zum Ende der Tage neben dem Kasten Bier in der Garage stehen lassen sollen und, wenn dann irgendso ein Jungspund denkt man sei schon immer ein uncooler Opa gewesen, dann hätte man ihn in die Garage zum Bier holen geschickt.

Sechs Jahre lang habe ich sie geliebt: Jedes Mal, wenn ich die Schönheit vor dem Haus abgestellt habe, forderte mich eine innere Stimme auf, nochmal nach draußen zu schauen.

Was will man mehr?

Und dann habe ich sie schnöde verkauft. Wie dumm kann man sein? Ich möchte mich heute noch entschuldigen.

Vor allen Dingen bei mir selbst.

MV Agusta f4 1000s