Motographie: Honda XL 500R

So, jetzt kann man schon nicht mehr meckern! Das gleiche Moped wie der reichste Bauernsohn in unserem Ort.

Mit 18 Jahren habe ich das Ding bei „HONDA Ewen“ ab geholt.

Ein klassischer Motorradhändler alter Schule, der sich mit seinem Werkstattmeister vor dem Laden auf das Bänkchen gesetzt und sich bei einer Zigarette angesehen hat, wie ich mir -mangels E-Starter- den Wolf gekickt habe. Mit HARRO Lederjacke und NOLAN N19 Mütze bin ich auf dem Bock gestiegen und habe mich im Laufe meiner Kick-Orgie wegen der elenden Schwitzerei Stück für Stück ausziehen müssen. Kurz vor der Unterhose habe ich Meister Ewen gebeten, „mir das Ding doch mal eben an zu machen“.

„Junge, was soll das bringen?“, antwortete er mir völlig zurecht und zündete sich eine weitere Marlboro an, „an der nächsten Ecke mußt du das doch auch alleine hin kriegen.“

Recht hat er gehabt. Kundenbetreuung aus dem Lehrbuch.

Als ich das Ding nach Eindruch der Dunkelheit zum Laufen bekommen hatte, begannen aber die großen Zeiten. 27 PS (nach dem Aufbohren 34) und frei wie der Wind.

Der erste Abenteuertrip nach Jugoslawien inklusive.

Das Land gibt es schon gar nicht mehr gibt.

Dank einer Ehrenrunde immer noch Schüler, das größte Moped an der Penne und noch immer keine Ahnung was werden soll.

Ist aber auch egal. Hauptsache 10 Mark für einen halbwegs vollen Tank und bloß nicht vergessen, das man schon auf Reserve gestellt hat.

Leck mich am Arsch, war das geil.

Honda XL500r