Motorräder Bestenliste – Platz 1-10

TOP 100 – Teil 1:

Motorräder mit dem gerne beschworenen Nachhaltigkeits-Faktor, Motorräder, die jeder gerne einmal gehabt hätte, Motorräder, die einem nicht aus dem Kopf gehen, Motorräder, die Zeichen gesetzt haben. Das alles sind verdiente Kandidaten für unsere ultimative BESTENLISTE. Vorhang auf für die große Schau der wahren Motorrad-Perlen.

TEXT: Jo Soppa, Fotos: MO-Archiv, Beuttenmüller, Werk

 

Indesigns.indd

1. HONDA CB 750
Komposition und Linienführung begeistern noch immer. Als die CB 750 anno 1969 präsentiert wurde, kam dies dem Urknall des modernen Superbikes gleich. Diese Zündung entfachte ganze Generationen und trug maßgeblich zur flächendeckenden Ausbreitung des Motorrad-Virus bei. Ohne diese Honda wäre die jüngere Motorradgeschichte komplett anders gelaufen. Von daher ganz klar die Nummer 1.

2. HILDEBRAND & WOLFMÜLLER
Das Serien-Motorrad, eine deutsche Erfindung. Der aus Landsberg am Lech stammende Flugpionier Alois Wolfmüller konstruierte Ende des 19. Jahrhunderts dieses Gefährt. In Wolfmüllers Patentschrift tauchte zum ersten Mal der Begriff „Motorrad“ auf. Ab 1894 begann die serielle Produktion. Beachtlich ist der geradezu ducatiesk anmutende Fachwerk-Rohrrahmen. Die Pleuelstangen arbeiten direkt aufs Hinterrad. Mit knapp 1,5 Litern Hubraum war es ein „Big Bike“, der Zweizylinder brachte es auf 2,5 PS bei nur 240/min.

3. BMW R 32
Die erste BMW setzte endgültige Zeichen. Die vom Schwaben Max Friz in seiner Freizeit entworfene Ur-BMW trägt bereits alle Merkmale, die noch heute ein richtiges Bayern-Krad auszeichnen: Boxermotor längs eingebaut, Kardanantrieb und eine schnörkellos sachliche Linienführung. Präsentiert wurde das Motorrad im September 1923 auf der Fahrzeugmesse in Berlin. 3090 Exemplare wurden bis 1926 gebaut.

4. DAIMLER REITWAGEN
Gedacht als Erprobungsgestell für seinen Viertaktmotor, gilt Gottlieb Daimlers Reitwagen von 1885 als erstes Motorrad der Welt mit Benzinmotor. Verblüffend, wie das aus Eschenholz gebaute, um den Zylinder herumgeführte Fahrgestell an moderne Superbike-Chassis erinnert. Der 264 ccm große Einzylinder brachte es damals auf rund eine halbe Pferdestärke. Interessant: Bis heute nutzt der Daimler-Konzern nicht die geldwerte historische Gunst, Erfinder des modernen Motorrads zu sein. BMW wird’s freuen.

5. INDIAN REGULAR MODEL
Dass die große amerikanische Marke ganz zurecht wiederbelebt wurde, beweist dieses bei uns nahezu unbekannte Modell. Dieses 500 ccm große Einzylinder-Motorradstammt aus dem beachtlich frühen Jahr 1913 und zeichnet sich bereits durch sämtliche Merkmale aus, die noch heute ein modernes Motorrad ausmachen: Als da wären Kettenantrieb, Vorderradfederung und Hinterradfederung. Damals war die Indian eine wegweisende, revolutionäre Konstruktion.

 

Indesigns.indd

6. PEUGEOT 500
Die französische Marke ist heute nur noch für ihre unsäglich verquollen designten Autos bekannt. In den Pioniertagen bauten die Rennsport-verrückten Peugeot-Brüder schnelle Zweiräder. Und das auf brillantem Niveau. Dieser 500er-Zweizylinder-Renner von 1913 hatte bereits ein mit dem Motor verblocktes Getriebe, vier Ventile und zwei obenliegende Nockenwellen. Grandios.

7. VESPA
Wie der Notbehelf zum nachhaltigen Kult werden kann, demonstriert das italienische Fortbewegungsmittel schlechthin: die Vespa. Nach dem Krieg entstanden aus den Startermotoren der Flugzeuge, entwickelte sich das urige Zweirad zum höchst profitablen Produkt für den durch die Auflagen der Alliierten vom Flugzeuggeschäft ausgeschlossenen Piaggio-Konzern.

8. DUCATI 750 SUPERSPORT
Das Quartett der italienischen Traum-Klassiker besteht aus Laverda SFC, MV Agusta 750 S, Moto Guzzi V 7 Sport und Ducati 750 Supersport von 1972. Wobei die unvergleichlich elegante Maschine aus Bologna die klare Königin der Herzen ist. Mit ihr katapultierte sich der bis dato kleine Nischenanbieter aus dem Stand ins Zentrum des Interesses. Die Faszination hält bis heute an.

9. BMW RS 54
Nur 25 Stück wurden 1954 an erfolgversprechende Rennfahrer verteilt. Entsprechend begehrt sind diese Perlen seit langer Zeit. Dieser Produktions-Renner ist ein Meisterwerk in Sachen Technik – Stichwort Königswellen-Boxer – und nebenbei der schlagende Beweis dafür, dass Motorräder ohne Berufsdesigner am schönsten werden.

10. DKW RT 125
RT steht für „Reichs-Type“, und so sollte die ab 1939 in Zschopau gebaute DKW zum motorisierten Standard für Jung und Alt werden. Das schaffte die einfache wie verlässliche Konstruktion derart überzeugend und gut, dass sie rund um den Globus nachgebaut wurde. Unter anderem auch von Harley-Davidson.

 

Mit freundlicher Unterstützung ein Bericht aus MO MOTORRADMAGAZIN
www.mo-web.de